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„Der Lebensweg ist ein Prozess, dessen Anfang und Ende jenseits von Geburt und Tod liegen“

Internationales Institut für Bewusstseinserforschung und Psychotherapie e.V.

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Im Jahr 2019 biete ich zwei Workshops „Transpersonales Atmen“ an:

Anmeldungen für beide Workshops nehme ich ab sofort entgegen. Bitte nutzen Sie dafür mein Kontaktformular

1. Workshop 2019 [Leitung: Lars Pilz & Katharina Geith]

17. bis 19. Mai 2019 im Tanzhaus „insalente“, Wüstenhainer Hauptstraße 14, 03226 Wüstenhain (Vetschau / Spreewald)

  • maximal 12 Teilnehmer/-innen
  • Übernachtung für 6 Personen im Tanzsaal auf der Matratze 10,00 Euro/Person/Nacht, 2-Bett-Zimmer 30,00 Euro/Person/Nacht, 3-4-Bett-Zimmer 20 Euro/Person/Nacht
  • Verpflegung 30,00 Euro/Person für den gesamten Workshop, die Gruppe organisiert das Kochen vor Ort
  • Workshopgebühr 140,00 bis 200,00 Euro nach Selbsteinschätzung

 

2. Workshop 2019 [Leitung: Lars Pilz & Lilian Gscheidl]

13. bis 15. September 2019 im Tanzhaus „insalente“, Wüstenhainer Hauptstraße 14, 03226 Wüstenhain (Vetschau / Spreewald)

  • maximal 12 Teilnehmer/-innen
  • Übernachtung für 6 Personen im Tanzsaal auf der Matratze 10,00 Euro/Person/Nacht, 2-Bett-Zimmer 30,00 Euro/Person/Nacht, 3-4-Bett-Zimmer 20 Euro/Person/Nacht
  • Verpflegung 30,00 Euro/Person für den gesamten Workshop, die Gruppe organisiert das Kochen vor Ort
  • Workshopgebühr 140,00 bis 200,00 Euro nach Selbsteinschätzung

 

Ich freue mich auf alle Mutigen mit Herz die sich auf eine Heimreise über personell-biographische, perinatal-biographische und transpersonale Stationen zum Selbst begeben wollen.

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Das Transpersonale Atmen

Das transpersonale Atmen bringt die holotrope Gestalt eines aktuellen psychischen Zustandes an die Oberfläche. Somit werden nicht nur personell-biographische, sondern auch perinatale, transbiographische und transpersonale Aspekte gleichwertig erfahrbar.

Das Transpersonale Atmen vereint verschiedene Selbsterfahrungsmethoden zu einem komplexen Setting. Eine beschleunigte Atmung, evokative Musik, prozessorientierte Körperarbeit, intuitives Mandala-Malen und ein anschließendes Gruppensharing stellen die miteinander kombinierten Einzelmethoden dar. Die Arbeit findet in Gruppen statt, in einem geschützten Raum und unter Begleitung eines ausgebildeten, erfahrenen Facilitators. Es arbeiten jeweils zwei Partner miteinander zusammen, die sich pro Sitzung in ihren Rollen als Atmer und Sitter abwechseln. Zu Beginn legt sich der Atmer mit dem Rücken und geschlossenen Augen auf eine Matratze. Der Sitter ist während der gesamten Zeit präsent neben ihm und sorgt für Sicherheit sowie die Unterstützung bei der Erfüllung von Primärbedürfnissen.

Die Atemsitzung startet mit einer Entspannungsübung, deren Ziel es ist, im Raum anzukommen, die Gedanken zu reduzieren, den Atem zu spüren und allem gewahr zu werden, was im Moment ist. Dann setzt eine Musik ein, die den Atmer dabei unterstützt immer schneller und tiefer zu atmen. Die Intensität der evokativen Musik nimmt zu, der Atmer folgt seinen Impulsen die sich sehr unterschiedlich ausdrücken können. Der weitere Verlauf der nun trancefördernden Musik orientiert sich an der Grundenergie im Raum. Unbewusste, unterdrückte und abgespaltene Themen des Atmers finden Ihren Ausdruck. Facilitator und Sitter werden nur aktiv tätig, wenn das den Schutz des Atmers oder anderer erfordert. Sonst verhalten sie sich reaktiv-unterstützend, so dass der Atmer seine Geschichte voll ausarbeiten kann. Nach einem Übergang in dramatische Musik, werden die Atmer dabei unterstützt weitere Teile der Geschichte auszudrücken, wenn das bis dahin noch nicht geschehen ist. Es folgt eine, wiederum durch entsprechende Musik getragene, Phase der Anerkennung, Würdigung und Feier an die sich eine Entspannungs- und Integrationsphase anschließt. Primär in der letzten Phase des Transpersonalen Atmens wird vom Facilitator eine fokussierte Körperarbeit angeboten. Es kommt oft vor, dass sich während des Atemprozesses körperliche Symptome sehr deutlich wahrnehmen lassen. Nach genauer Lokalisation der Beschwerden gibt der Facilitator einen passiven Widerstand gegen den der Atmer selbst arbeitet. Häufig kommt es infolge noch einmal zu tiefgreifenden Erfahrungen und Einsichten.

Um die während des Transpersonalen Atmens gemachten Erfahrungen besser und nachhaltiger zu integrieren, wird im Anschluss der Sitzung ein Mandalamalen angeboten. Abschließend gibt es ein Gruppensharing, in dem die Atmer die Erfahrungen auf ihrer transpersonalen Atemreise mit anderen teilen.

Die Integration transpersonaler Atemerfahrungen ist in ihrer Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Das ist deshalb so, weil wir westlich sozialisierten Menschen dazu neigen, transpersonale Erfahrungen abzuwerten, abzuspalten, zu verdrängen oder in einer das Ego aufblähenden Art und Weise überzubewerten. Integration bedeutet meinem Verständnis nach die Erfahrungen in transpersonalen Atemsitzungen als Wahrheit bzw. genauso real anzunehmen und zu akzeptieren, wie die Erfahrung die Sie gerade jetzt beim Lesen dieses Textes machen.

Für das Transpersonale Atmen ist eine normale körperliche Belastbarkeit Voraussetzung. Kontraindiziert ist diese Therapie bei schweren Herz-Kreislaufproblemen, Schwangerschaft, Epilepsie, Infektionen, Asthma (mit Einschränkungen), Knochenproblemen, nicht ausgeheilten Wunden und Gelenkschäden. Akute endogene Psychosen mit akuter Selbsttötungsgefahr stellen ebenfalls eine Kontraindikation dar.

Für das Transpersonale Atmen braucht man sich nicht als psychisch gestört zu erleben. Auch Menschen ohne akute Beeinträchtigungen können diese Form der Selbsterfahrung für ihre persönliche und spirituelle Entwicklung nutzen.

Hintergründe des Transpersonalen Atmens

Das Transpersonale Atmen bezieht sich auf das von Christina und Stan Grof entwickelte Verfahren des Holotropen Atmens und verbindet dieses mit verschiedenen grundlegenden psychotherapeutischen Ansätzen.

„Holotrop“ bedeutet: „in Richtung Ganzheit/Vollständigkeit sich bewegend“. Es schließ das „Hylotrope“ mit ein, welches bedeutet: „auf die Materie ausgerichtet“.

Das hylotrope und holotrope Bewusstsein sind zwei komplementäre Aspekte unserer menschlichen Natur. Wird einem der beiden Aspekte unseres Seins zu viel Gewicht beigemessen oder wird ein Aspekt ganz abgespalten kommt es zu bizarren Erscheinungen, von denen wir heute viele, auch in esoterischen und therapeutischen Angeboten, beobachten können. Draus entstehen Täter und Opfer, Missbrauchende und Missbrauchte.

Bei der Abspaltung des Holotropen Bewusstseins z.B., kann die Auffassung entstehen, dass die Ursache psychischer Störungen im Gehirn, den Genen oder Hormondrüsen liegt. Auslöser – ja, Ursache – nein. Hirn, Gene oder Hormondrüsen sind keine Autisten. (Chirurgische Eingriffe oder Medikamente können dennoch in bestimmten Fällen die für den Moment geeignetste Hilfe sein.) Liegt dagegen eine Verdrängung des Hylotropen Bewusstseins vor, ertrinken Menschen bei dem Versuch, übers Wasser zu gehen, springen von Hochhäusern in der Überzeugung nicht nur Mensch sondern auch Vogel zu sein oder flüchten angstvoll aus Beziehungen, wenn diese Nähe und Mitgefühl erfordern.

Nach Stan Grof können auf der transpersonalen Ebene sehr unterschiedliche Arten von Erfahrungen therapeutisch wirksam sein, z.B. Erinnerungen der Ahnen, rassische, kollektive, karmische und phylogenetische Erinnerungen, die Identifikation mit Tieren, Begegnungen mit mythischen Gestalten, Besuche in archetypischen Bereichen und die Vereinigung mit anderen Menschen, mit der Natur, mit dem Universum und mit Gott.

Ingo Jahrsetz beschreibt die verschiedenen Ebenen des Unbewussten, die im Transpersonalen Atmen erfahren werden können. Sie sind nicht hierarchisch und werden nachfolgend, so wie ich sie verstanden habe, zusammengefasst.

Zum aktuellen Unbewussten, gehören z.B. die vielen sozialisierten Konditionierungen und Automatismen der Wahrnehmung, des Denkens und Fühlens im Rahmen der unzähligen Rollen in denen Menschen funktionieren, welche aktuell das Leben in den westlichen Ländern bestimmen. Dazu gehören auch Spaltungen zwischen öffentlichem und privatem Leben, in nahen privaten oder beruflichen Beziehungen oder zwischen Fassade und Kern. Diese Abspaltungen und Wirklichkeitsverleugnungen sind inhärente Merkmale sowohl der einzelnen Menschen als auch auf der kollektiven Ebene von Gesellschaften und Institutionen.

Eine weitere Ebene ist die des biographischen Unbewussten. Sie ist ursprünglich und primär Gegenstand der traditionellen Psychotherapie. Therapeutisch relevant sind hier die vergessenen und verdrängten Erinnerungen an Erlebnisse der Kindheit. Über neurotische Symptome, Psychosomatosen, Träume, Überlastungssyndrome wie Burnout steigen diese ins Alltagsbewusstsein auf.

Die nächste Ebene des Unbewussten ist im Rahmen der Transpersonalen Atemtherapie von großer Bedeutung. Es ist die Ebene des Perinatalen. Damit sind die Erfahrungen, die wir rund um unsere Geburt gemacht haben gemeint. Geburt bedeutet nicht nur ein Geborenwerden, sondern auch immer ein Sterben. Der Bereich zwischen dem Sterben (des Fötus) und dem Geborenwerden (des Säuglings) ist als Bindeglied offen sowohl für personale als auch transpersonale Erfahrungen. Typisch für diese Erfahrungsebene sind Begegnungen mit Hexen, Dämonen, Geistern, archetypischen Gestalten und Wesen, wie wir sie aus Märchen oder Mythen kennen. Durch solche Erfahrungen kann eine Brücke zwischen dem Persönlichen und universellen Gesetzen entstehen, welche in den verschiedenen Religionen als Gott bezeichnet werden. Auf dieser Ebene kann es phasenbezogen zu extremen Erfahrungen von Machtausübung, Machtmissbrauch, Machtlosigkeit, Krieg, Seuchen, Hunger und Sexualität kommen. Gipfel der Erfahrungen auf dieser Ebene ist der sogenannte Ego-Tod oder Ich-Tod. Darunter versteht Stan Grof den Zusammenbruch des bisherigen Systems eines Menschen, sich selbst, andere und die Welt wahrzunehmen und zu interpretieren. Allerdings setzt der Ich-Tod die Existenz eines Ichs voraus, ein Ich, dass sich als Träger von Persönlichkeitsmerkmalen, sozialen Rollen, eines Körpers und eines Namens nicht wirklich definieren und oder greifen lässt. Das bildet den Übergang zur nächsten Ebene des Unbewussten.

Für uns im „aufgeklärten“ Abendland lebenden Menschen die ihre Wurzeln längst vergessen haben ist die Ebene des transpersonalen Unbewussten nur schwer zu verstehen. Wahrheiten, die es schon vor der individuellen und kollektiven Entstehung unseres rationalen Denkens gab, lassen sich ihrer Natur nach auch nicht verstehen, sondern nur erfahren. Machen Menschen spontan, im Rahmen von Lebenskrisen oder durch Drogen induziert transpersonale Erfahrungen werden sie nicht selten weggerissen und verlieren ihren Halt. Sprechen sie mit anderen darüber, laufen sie Gefahr lächerlich gemacht oder nicht ernst genommen zu werden. Oft fühlen sie sich dann einsam, voller Scham und unnormal. Transpersonale Erfahrungen können auch mit Gefühlen absoluter Macht- und Hilflosigkeit sowie einer großen Angst, verrückt oder wahnsinnig zu werden einhergehen. Solche Erfahrungen können uns überfordern, in einer Welt in der wir glauben, alles machen, wissen, planen und kontrollieren zu können. Eine Welt, in der die narzistische Störung kollektiv als ein normales Verhalten und Erleben akzeptiert ist. Erfahrungen auf der transpersonalen Ebene scheinen mit dem Unbewussten auf der aktuellen, biographischen und perinatalen Ebene sehr eng verwoben zu sein. Sie stehen oft in Verbindung mit den uns unbewussten Aspekten unserer Alltags-, Kindheits- und Geburtserfahrungen. Sie können deshalb innerhalb eines therapeutischen Kontextes wertvolle Hinweise auf persönliche Verstrickungen sowie die Gestaltung der Beziehung zu sich und der Umwelt geben.

Transpersonale Erfahrungen können es uns auf einer authentischen Weise ermöglichen, unsere Verbundenheit mit allen anderen Menschen, dem kollektiven Wissen der Menschheit, Tieren, Pflanzen, Mineralien und dem ganzen Kosmos zu realisieren. Daraus können sich nachhaltige Einsichten auf viele unbeantwortete individuelle oder kollektive Fragestellungen ergeben.

Neben meinen eigenen Erfahrungen und mein Wissen habe ich bei der Erstellung des Textes folgende Literatur verwendet: GROF, S. (2014): Holotropes Atmen. Eine neue Methode der Selbsterforschung und Therapie. 1. Aufl., Solothurn: Nachtschatten JAHRSETZ, I. B. (1999): Holotropes Atmen – Psychotherapie und Spiritualität. 1. Aufl., Stuttgart: Pfeiffer bei Klett-Cotta WALCH, S. (2012): Dimensionen der menschlichen Seele. 1. Aufl., Ostfildern: Patmos WALCH, S. (1996): Vortrag über Transpersonale Psychotherapie, gehalten während des 1. Weltkongreßes für Psychotherapie 1996

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